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Plattfüße? So erkennst du Senkfüße und das kannst du tun

Plattfüße oder Senkfüße? Erkenne sie mit einem einfachen Selbsttest und erfahre, welche Einlagen und Übungen wirklich helfen.

Paul van Bracefox

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Plattfüßen und Senkfüßen ist das Längsgewölbe an der Innenseite des Fußes abgeflacht, sodass die Fußsohle fast vollständig auf dem Boden aufliegt.
  • Plattfüße müssen keine Beschwerden verursachen, können aber müde und schmerzende Füße auslösen und sich bis in Knöchel, Knie, Hüfte und Rücken auswirken; Einlagen und Fußmuskelübungen helfen dann gut.
  • Geh zum Arzt, wenn die Schmerzen trotz guter Schuhe und Einlagen anhalten, wenn ein Fuß in kurzer Zeit absinkt oder wenn der Fuß steif und schmerzhaft wird.

Zuletzt aktualisiert: 3. September 2026 · Quelle: Gesundheitsinformation.de über Fehlstellungen der Füße

Stehst du nach dem Duschen mit nassen Füßen auf den Badezimmerfliesen und siehst einen fast vollständigen Fußabdruck, ohne die typische Aussparung an der Innenseite? Dann hast du wahrscheinlich Platt- oder Senkfüße. Damit bist du in guter Gesellschaft: Abgesenkte Fußgewölbe sind sehr verbreitet, und längst nicht jeder hat Beschwerden. Wenn deine Füße aber am Abend müde und schwer sind, die Innenseite des Knöchels schmerzt oder sogar Knie und Rücken mitmeckern, lohnt es sich zu handeln. In diesem Artikel liest du, wie Plattfüße entstehen, woran du sie erkennst, welche Übungen deine Fußmuskeln stärken und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist.

Was sind Plattfüße?

Ein gesunder Fuß hat an der Innenseite ein federndes Gewölbe, das Längsgewölbe. Es wirkt wie ein natürlicher Stoßdämpfer: Bei jedem Schritt federt es leicht ein und wieder zurück. Beim Senkfuß ist dieses Gewölbe abgeflacht, beim Plattfuß liegt die Fußsohle fast vollständig auf dem Boden auf. Der Plattfuß ist also die ausgeprägte Form des Senkfußes. Häufig kippt dabei zusätzlich die Ferse nach innen, dann sprechen Mediziner vom Knick-Senkfuß.

Es gibt zwei Varianten. Beim flexiblen Plattfuß ist das Gewölbe noch sichtbar, wenn du auf den Zehenspitzen stehst oder sitzt, sinkt aber ab, sobald du den Fuß belastest. Das ist die mit Abstand häufigste und meist harmlose Form. Beim rigiden Plattfuß bleibt der Fuß in jeder Position flach und ist in seiner Beweglichkeit eingeschränkt; diese Form macht öfter Beschwerden. Mehr Nachschlagewissen findest du auf unserer University-Seite über Plattfüße und Senkfüße.

Ursachen: Wie entstehen Senk- und Plattfüße?

Plattfüße können angeboren sein, entwickeln sich aber meist schleichend im Laufe des Lebens. Die wichtigsten Ursachen im Überblick:

  • Veranlagung: Weiches Binde- und Stützgewebe liegt oft in der Familie. Kleine Kinder haben von Natur aus noch flache Füße; das Gewölbe bildet sich meist bis zum zehnten Lebensjahr.
  • Schwäche der Tibialis-posterior-Sehne: Diese Sehne an der Innenseite des Knöchels hält das Fußgewölbe hoch. Wird sie überlastet oder schwach, sinkt das Gewölbe langsam ab. Bei Erwachsenen ist das die häufigste Ursache.
  • Übergewicht: Zusätzliche Kilos bedeuten Tag für Tag zusätzlichen Druck auf das Gewölbe.
  • Langes Stehen auf harten Böden: Lange Arbeitstage auf Beton oder Fliesen ermüden die Fußmuskeln, die das Gewölbe stützen.
  • Weiches, haltloses Schuhwerk: Schlaffe Sohlen ohne Führung lassen den Fuß immer weiter absinken.
  • Erkrankungen und Verletzungen: Rheuma, Diabetes, Brüche oder Bänderverletzungen können die Fußstruktur verändern.

Symptome: So erkennst du Plattfüße

Viele Menschen mit Plattfüßen haben keinerlei Beschwerden. Treten sie doch auf, sind das die häufigsten Anzeichen: müde oder schwere Füße am Ende des Tages, Schmerzen an der Innenseite von Fuß oder Knöchel, schief abgelaufene Schuhe (die Innenseite der Sohle nutzt sich am stärksten ab) und ein brennendes oder ziehendes Gefühl unter dem Fußgewölbe. Auch Krämpfe in Fuß oder Wade und ein unsicheres Gefühl auf unebenem Boden passen dazu. Weil der Fuß seine Dämpfung verliert, können mit der Zeit auch Knöchel, Knie, Hüfte und der untere Rücken mitreagieren.

Ein einfacher Selbsttest: Mach deine Fußsohlen nass und stell dich auf eine trockene Fliese oder ein Stück Karton. Siehst du einen vollständigen Abdruck ohne Aussparung an der Innenseite, ist dein Gewölbe abgesunken. Sitzt dein Schmerz vor allem unter der Ferse, lies auch unseren Artikel über Plantarfasziitis: Diese Erkrankung tritt bei abgesenkten Fußgewölben häufiger auf.

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Behandlung: Was kannst du selbst gegen Plattfüße tun?

Plattfüße ohne Beschwerden musst du nicht behandeln. Hast du aber Schmerzen oder schnell ermüdende Füße, ist die Behandlung fast immer konservativ:

  • Trag Einlagen: Gute Einlegesohlen stützen das Längsgewölbe, verteilen den Druck über den ganzen Fuß und richten die Ferse auf. Viele spüren schon nach wenigen Wochen einen Unterschied bei Müdigkeit und Schmerzen. Lies auch unseren Ratgeber über orthopädische Einlagen.
  • Wähle stabile Schuhe: Eine feste Fersenkappe, eine nicht zu weiche Sohle und genug Platz für die Zehen. Lauf auf harten Böden nicht stundenlang barfuß oder in Hausschuhen.
  • Trainiere deine Fußmuskeln: Starke Fuß- und Wadenmuskeln stützen das Gewölbe aktiv. Die Übungen weiter unten kosten dich nur ein paar Minuten am Tag. Auch regelmäßiges Barfußlaufen auf weichem Untergrund wie Rasen oder Sand ist ein gutes Training.
  • Achte auf ein gesundes Gewicht: Weniger Last bedeutet weniger Absinken und weniger Schmerzen.
  • Wechsle die Belastung: Wenn du viel stehst, gönn deinen Füßen kurze Geh- und Sitzpausen, damit sich die Muskeln erholen können.

Bei einem rigiden Plattfuß, anhaltenden Schmerzen oder einer schnell zunehmenden Fehlstellung kann der Arzt dich an einen Orthopäden überweisen. Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen nötig.

3 Übungen für dein Fußgewölbe

Mit diesen Übungen kräftigst du die Muskeln, die dein Fußgewölbe tragen. Mach sie täglich, zum Beispiel beim Zähneputzen oder am Schreibtisch.

1. Handtuch greifen

  1. Setz dich auf einen Stuhl und leg ein kleines Handtuch flach vor dich auf den Boden.
  2. Greif das Handtuch mit den Zehen und zieh es Stück für Stück zu dir heran, während die Ferse am Boden bleibt.
  3. Mach das 2 bis 3 Minuten pro Fuß.

2. Der kurze Fuß

  1. Setz dich hin, der Fuß steht flach auf dem Boden, das Knie ist 90 Grad gebeugt.
  2. Zieh den Fußballen Richtung Ferse, ohne die Zehen zu krallen, sodass sich dein Gewölbe leicht anhebt.
  3. Halte die Spannung 5 bis 10 Sekunden und entspann dich. Wiederhole das 10 Mal pro Fuß.

3. Zehenstand

  1. Stell dich aufrecht hin, zur Sicherheit mit einer Hand an Wand oder Stuhl.
  2. Drück dich langsam auf die Zehenspitzen und halte die Fersen dabei gerade, also nicht nach innen oder außen gekippt.
  3. Senk dich in 3 bis 5 Sekunden kontrolliert wieder ab. Mach 3 Sätze mit 10 bis 15 Wiederholungen.

Wann zum Arzt?

Plattfüße sind meist harmlos. In diesen Situationen solltest du aber einen Termin beim Arzt vereinbaren:

  • Die Schmerzen halten trotz guter Schuhe, Einlagen und Übungen an.
  • Ein Fuß sinkt in kurzer Zeit sichtbar ab, vor allem ab dem 40. Lebensjahr: Das kann auf ein Problem mit der Tibialis-posterior-Sehne hinweisen.
  • Der Fuß wird steif, dick oder schmerzt ohne erkennbaren Anlass.
  • Du hast Diabetes oder Rheuma und deine Fußform verändert sich.
  • Dein Kind klagt über Fußschmerzen oder stolpert auffällig oft.

Der Arzt kann beurteilen, ob mehr dahintersteckt, und dich bei Bedarf an einen Orthopäden oder Orthopädieschuhtechniker überweisen.

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Unsere Empfehlungen bei Plattfüßen

Die Basis jeder Behandlung ist eine gute Unterstützung des Längsgewölbes. Die Bracefox® Orthopädische Einlegesohlen – ErgoSole sind dafür unsere erste Wahl. Die Sohlen haben eine anatomisch geformte Gewölbestütze, die das Längsgewölbe aktiv anhebt, und eine tiefe Fersenschale, die die Ferse aufrichtet. So wird der Druck wieder gleichmäßig über den ganzen Fuß verteilt, und Müdigkeit und Schmerzen lassen nach, auch wenn deine Füße schon länger abgesunken sind. Du legst sie einfach in deine Alltagsschuhe.

Stehst du ganze Tage auf harten Böden, etwa im Lager, in der Werkstatt oder in der Pflege, dann sind die Bracefox® Arbeitseinlagen – WorkSoll die richtige Wahl. Diese Einlagen kombinieren eine feste Gewölbestütze mit zusätzlicher Dämpfung an Ferse und Vorfuß, genau das, was du beim stundenlangen Stehen und Gehen auf Beton brauchst. So halten deine Füße länger durch, und Knöchel, Knie und Rücken werden am Ende des Tages spürbar entlastet.

Häufige Fragen zu Plattfüßen

Gehen Plattfüße von selbst wieder weg?

Nein, ein abgesunkenes Fußgewölbe richtet sich bei Erwachsenen nicht von selbst wieder auf. Mit Einlagen, guten Schuhen und Fußmuskeltraining kannst du die Beschwerden aber deutlich lindern und ein weiteres Absinken bremsen. Bei kleinen Kindern ist der flache Fuß meist eine normale Phase, die von selbst vergeht.

Sind Plattfüße schlimm?

Meist nicht. Viele Menschen leben völlig beschwerdefrei mit Plattfüßen. Erst wenn Schmerzen, schnelle Ermüdung oder Folgebeschwerden wie Knöchel-, Knie- oder Rückenschmerzen auftreten, solltest du deine Füße stützen und trainieren.

Helfen Einlagen wirklich bei Plattfüßen?

Ja. Einlagen stützen das Längsgewölbe, richten die Ferse auf und verteilen den Druck besser über den Fuß. Dadurch gehen Schmerzen und Müdigkeit meist deutlich zurück. Deine Fußmuskeln werden davon nicht schwächer, erst recht nicht, wenn du zusätzlich Übungen machst.

Kann ich mit Plattfüßen Sport machen und joggen?

Ja, Plattfüße sind kein Grund, mit dem Sport aufzuhören. Wähle aber Schuhe mit guter Gewölbestütze und Stabilität und erwäge sportliche Einlagen. Steigere die Belastung langsam und achte auf Warnsignale wie Schmerzen an der Innenseite des Knöchels.

Warum sinkt ein Fuß plötzlich ab?

Sinkt ein Fuß in relativ kurzer Zeit ab, ist wahrscheinlich die Tibialis-posterior-Sehne an der Innenseite des Knöchels geschwächt oder beschädigt. Das sollte immer ein Arzt beurteilen, denn eine frühe Behandlung verhindert, dass die Fehlstellung dauerhaft wird.

Bekommt man von Plattfüßen Rückenschmerzen?

Das ist möglich. Weil das Fußgewölbe seine dämpfende Funktion verliert und die Ferse nach innen kippt, verändert sich die Statik des ganzen Beins. Das kann sich auf Knie, Hüfte und den unteren Rücken auswirken. Eine gute Unterstützung des Fußes nimmt diese Kettenbelastung oft spürbar weg.

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