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Kompressionsstrümpfe anziehen: So klappt es ganz leicht!

Kompressionsstrümpfe anziehen leicht gemacht: Schritt-für-Schritt-Anleitung, praktische Anziehhilfen und Tipps für jeden Morgen.

Paul van Bracefox

Das Wichtigste in Kürze

  • Kompressionsstrümpfe anziehen klappt am leichtesten morgens direkt nach dem Aufstehen, wenn deine Beine noch nicht angeschwollen sind. Arbeite Stück für Stück und zieh nie am oberen Rand.
  • Gumminoppen-Handschuhe geben Grip, und eine Anziehhilfe oder Gleitsocke macht das Anziehen deiner Kompressionsstrümpfe deutlich leichter.
  • Wenn das Anziehen auch mit Hilfsmitteln nicht mehr gelingt oder du Schmerzen, Druckstellen oder Hautverfärbungen bekommst, sprich mit deinem Arzt oder Pflegedienst.

Zuletzt aktualisiert: 31. August 2026 · Quelle: Apotheken Umschau zum richtigen Anziehen von Kompressionsstrümpfen

Jeden Morgen derselbe Kampf: ziehen, zerren, schwitzen und manchmal mit schmerzenden Händen aufgeben. Kompressionsstrümpfe fühlen sich großartig an, wenn sie erst einmal sitzen, aber das Anziehen ist für viele Menschen die größte Hürde. Besonders wenn du weniger Kraft in den Händen hast, schlecht an deine Füße kommst oder eine höhere Kompressionsklasse trägst. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Technik und einem einfachen Hilfsmittel wird das Anziehen deutlich leichter. In diesem Artikel führen wir dich Schritt für Schritt durch: von der Vorbereitung über die komplette Anleitung bis zu praktischen Anziehhilfen und der Frage, wann du dir besser Unterstützung holst.

Warum ist das Anziehen von Kompressionsstrümpfen so schwer?

Dass Kompressionsstrümpfe sich stramm anfühlen, ist kein Konstruktionsfehler, sondern genau der Sinn der Sache. Kompressionsstrümpfe wirken, indem sie Druck auf dein Bein ausüben. Dieser Druck ist am Knöchel am höchsten und nimmt nach oben hin ab. So fließen Blut und Gewebeflüssigkeit besser Richtung Herz zurück. Um diesen Druck aufzubauen, ist das Material fest gewebt und stark elastisch, und das spürst du vor allem in dem Moment, in dem der Strumpf noch an muss.

Dazu kommt, dass das Anziehen oft in einer ungünstigen Haltung passiert: morgens, weit vorgebeugt zu den Füßen. Wenn du Arthrose, Rheuma, einen steifen Rücken oder wenig Kraft in den Händen hast, summiert sich das. Und je höher die Kompressionsklasse, desto fester der Strumpf und desto mehr Kraft kostet es.

Es ist also völlig normal, wenn dich das Anziehen Mühe kostet. Es heißt nicht, dass du etwas falsch machst oder Kompressionsstrümpfe nichts für dich sind. Mit guter Technik, etwas Übung und den richtigen Hilfsmitteln schaffen es die meisten Menschen problemlos selbst. Wenn du noch grundsätzliche Fragen zu Wirkung und Typen hast, lies zuerst unseren Ratgeber alles über Kompressionsstrümpfe.

Vorbereitung: so machst du es dir leichter

Ein großer Teil des Erfolgs liegt in der Vorbereitung. Mit diesen Grundregeln wird das Anziehen sofort einfacher:

  • Zieh die Strümpfe morgens an. Direkt nach dem Aufstehen sind deine Beine am wenigsten geschwollen und der Strumpf gleitet am leichtesten über die Haut. Ist es später am Tag, leg dich vorher 15 Minuten hin und lagere die Beine hoch.
  • Sorge für trockene Haut. Nach dem Duschen gut abtrocknen. Feuchte oder frisch eingecremte Haut bremst den Strumpf. Creme deine Beine lieber abends ein statt morgens.
  • Setz dich gut hin. Wähle einen stabilen Stuhl mit Armlehnen, stell deinen Fuß auf einen Hocker oder leg ihn auf das andere Knie und nimm dir Zeit. Hektik wirkt gegen dich.
  • Trag Gummihandschuhe. Haushaltshandschuhe oder spezielle Noppenhandschuhe geben deutlich mehr Grip. So kannst du das Material verteilen, statt daran zu zerren. Sie schützen den Strumpf außerdem vor Fingernägeln und Ringen.
  • Prüfe den Strumpf. Achte darauf, dass der Strumpf nicht auf links gedreht ist und die Ferse an der richtigen Seite sitzt. Leg Ringe und Armbänder ab, die sich im Gewebe verhaken können.

Anleitung: Kompressionsstrümpfe anziehen ohne Hilfsmittel

Mit dieser Technik verteilst du die Kraft und verhinderst, dass du am oberen Rand ziehst:

  1. Greif mit der Hand in den Strumpf und fasse die Ferse von innen. Zieh den Strumpf auf links zurück bis zur Ferse, sodass eine Art Tasche für deinen Fuß entsteht.
  2. Steig mit dem Vorfuß in diese Tasche und zieh den Strumpf über den Fuß, bis die Strumpfferse genau auf deiner Ferse sitzt. Das ist der wichtigste Schritt: Sitzt die Ferse richtig, geht der Rest viel leichter.
  3. Fasse den umgeschlagenen Teil und arbeite den Strumpf Stück für Stück nach oben. Schieb immer nur ein kleines Stück über Knöchel und Unterschenkel, abwechselnd links und rechts, statt in einem Zug zu ziehen.
  4. Streich den Strumpf mit flachen Händen (am besten mit Handschuhen) glatt nach oben, bis das Gewebe gleichmäßig verteilt ist und nirgendwo Falten wirft oder einschneidet.
  5. Kontrolliere das Ergebnis: keine Falten am Knöchel oder in der Kniekehle, der obere Rand nicht umgeschlagen und die Ferse sauber an ihrem Platz. Falten verursachen Druckstellen und mindern die Wirkung.

Klappt es die ersten Male nur mühsam? Das ist normal. Die meisten Menschen brauchen ein bis zwei Wochen, um ihre eigene Routine zu finden.

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Kompressionsstrümpfe anziehen mit Anziehhilfe

Kostet dich das Anziehen viel Kraft oder kommst du schlecht an deine Füße, ist eine Anziehhilfe eine echte Erleichterung. Es gibt grob drei Arten:

Gleitsocken und Gleitsäckchen. Eine glatte Socke aus Fallschirmstoff, die du zuerst über den Fuß ziehst. Der Kompressionsstrumpf gleitet danach viel leichter darüber, und durch die Zehenöffnung ziehst du das Säckchen unter dem Strumpf wieder heraus. Leicht, günstig und ideal für unterwegs.

Anziehgestelle aus Metall oder Kunststoff. Du spannst den Strumpf über einen Bügel, steigst mit dem Fuß in die Öffnung und ziehst das Gestell an den Griffen nach oben. Der Strumpf rollt dabei von selbst über dein Bein. Praktisch, wenn du dich nicht weit bücken kannst.

Systeme für die Pflege. Für Menschen mit sehr wenig Handkraft gibt es umfangreichere Anzieh- und Ausziehhilfen, teils über das Sanitätshaus erhältlich. Frag deinen Arzt oder Pflegedienst danach, wenn die einfachen Hilfsmittel nicht ausreichen.

Wichtig bei jedem Hilfsmittel: Die Technik bleibt gleich. Erst die Ferse richtig platzieren, dann Material verteilen, glattstreichen und auf Falten kontrollieren. Trägst du deine Strümpfe vor allem auf langen Reisen, zum Beispiel im Flugzeug? In unserem Artikel über Kompressionsstrümpfe im Flugzeug liest du, worauf du dann besonders achtest.

Kompressionsstrümpfe ausziehen und pflegen

Das Ausziehen ist zum Glück leichter als das Anziehen, aber auch hier gilt: ruhig und kontrolliert. Schlag den oberen Rand um und roll oder schieb den Strumpf Stück für Stück nach unten, bis du ihn an der Ferse vom Fuß nehmen kannst. Zieh nicht mit Kraft an der Spitze, das leiert das Gewebe aus.

Gute Pflege erhält die Kompressionswirkung:

  • Wasch deine Strümpfe am besten täglich, per Hand oder im Wäschenetz bei 30 bis 40 Grad, mit mildem Waschmittel ohne Weichspüler.
  • Trockne sie liegend auf einem Handtuch, nicht auf der Heizung und nicht im Trockner. Hitze greift das elastische Material an.
  • Wechsle zwischen zwei Paaren, dann halten deine Strümpfe länger und du hast immer ein trockenes Paar in Reserve.
  • Ersetze Kompressionsstrümpfe rechtzeitig. Nach etwa einem halben Jahr täglichen Tragens lässt die Druckwirkung spürbar nach.

Wann solltest du dir Hilfe holen?

Kompressionsstrümpfe wirken nur, wenn du sie auch wirklich trägst. Merkst du, dass das Anziehen dauerhaft nicht mehr klappt, lass keine Tage ausfallen, sondern hol dir Unterstützung:

  • Gelingt das Anziehen auch mit Handschuhen und Anziehhilfe nicht, sprich mit deinem Hausarzt oder Pflegedienst. Hilfe beim An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen kann als häusliche Krankenpflege verordnet werden.
  • Bekommst du Schmerzen, Kribbeln, taube Zehen oder bläulich verfärbte Haut, während du die Strümpfe trägst? Zieh sie aus und melde dich bei deinem Arzt. Größe oder Kompressionsklasse passen dann möglicherweise nicht.
  • Entstehen Druckstellen, wunde Hautstellen oder schneidet der Rand ein? Auch dann sollten die Strümpfe neu angemessen werden.
  • Verändern sich deine Beine deutlich, etwa durch Abnehmen, Zunehmen oder mehr Wassereinlagerungen? Lass prüfen, ob deine aktuelle Größe noch stimmt.

Trägst du deine Strümpfe wegen Krampfadern und willst wissen, was Kompression dabei bewirkt? Dann lies auch unseren Artikel über Krampfadern.

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Unsere Empfehlungen: Strümpfe, die sich leicht anziehen lassen

Wenn du Stützstrümpfe suchst, die bequem sitzen und sich vergleichsweise leicht anziehen lassen, schau dir die Bracefox® Stützstrümpfe – VituSox an. Sie geben gezielte, zum Knie hin abnehmende Kompression gegen müde und geschwollene Beine, sind dank des flexiblen, atmungsaktiven Gewebes aber angenehmer anzuziehen als viele klassische medizinische Strümpfe. Die verstärkte Ferse hilft dir außerdem, den Strumpf gleich beim ersten Versuch richtig zu positionieren, genau der Schritt, an dem es beim Anziehen am häufigsten hakt.

Stehst oder gehst du den ganzen Tag und willst Beine und Füße gleichzeitig unterstützen? Dann ist das Bracefox® Vitalpack – Medizinische Einlagen ErgoSole & Kompressionsstrümpfe VituSox eine clevere Kombination. Die VituSox-Strümpfe fördern den Rückfluss aus den Unterschenkeln, während die ErgoSole-Einlagen dein Fußgewölbe entlasten. So gehst du müde Beine von zwei Seiten gleichzeitig an: weniger schwere Beine am Abend und mehr Komfort bei jedem Schritt.

Häufige Fragen zum Anziehen von Kompressionsstrümpfen

Wann ziehe ich Kompressionsstrümpfe am besten an?

Direkt nach dem Aufstehen, bevor sich Flüssigkeit in den Beinen sammelt. Ist es später am Tag, leg dich vorher 15 bis 20 Minuten mit hochgelagerten Beinen hin und zieh die Strümpfe gleich danach an.

Welche Anziehhilfe ist die beste?

Für die meisten Menschen ist die Kombination aus Gummihandschuhen und Gleitsocke ideal: günstig, leicht und wirksam. Wer sich schlecht bücken kann oder wenig Handkraft hat, kommt mit einem Anziehgestell mit langen Griffen oft besser zurecht. Probier aus, was zu deiner Situation passt.

Darf ich Kompressionsstrümpfe nachts anlassen?

Nein, in der Regel ziehst du sie vor dem Schlafen aus. Im Liegen wirkt die Schwerkraft nicht auf deine Beine, die Kompression ist dann nicht nötig. Nur wenn dein Arzt es ausdrücklich empfiehlt, etwa nach einer Operation, trägst du sie auch nachts.

Wie verhindere ich Laufmaschen und Löcher?

Trag beim An- und Ausziehen Handschuhe, leg Ringe und Armbänder ab, halte deine Nägel glatt und achte auf raue Stellen an den Fersen. Wasch die Strümpfe im Wäschenetz und trockne sie nie auf der Heizung. So bleibt das Gewebe am längsten intakt.

Mein Strumpf rutscht oder wirft Falten. Was mache ich falsch?

Meist sitzt die Ferse nicht richtig oder das Material ist ungleichmäßig verteilt. Zieh den Strumpf noch einmal an und streich das Gewebe mit flachen Händen glatt nach oben. Rutscht er weiterhin oder bildet Falten, ist er womöglich zu groß oder ausgeleiert, dann solltest du neu Maß nehmen lassen.

Wird Hilfe beim Anziehen von der Krankenkasse übernommen?

Hilfe beim An- und Ausziehen kann als häusliche Krankenpflege verordnet werden, und auch Anziehhilfen werden in bestimmten Fällen erstattet. Die Regeln unterscheiden sich je nach Situation und Kasse. Frag deinen Arzt, Pflegedienst oder deine Krankenkasse nach den Möglichkeiten.

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