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Costochondritis (Tietze-Syndrom)

Diese Informationen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich bei Zweifeln, anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden immer an einen Arzt oder Physiotherapeuten.

Costochondritis ist eine Reizung des Knorpels, der die Rippen mit dem Brustbein verbindet. Sie verursacht einen scharfen oder drückenden Schmerz neben dem Brustbein, der sich beim tiefen Atmen, bei Druck und bei bestimmten Bewegungen verstärken kann. Der Schmerz kann beängstigend wirken, gerade deshalb ist die wichtigste Botschaft: Er ist harmlos und geht von selbst vorbei.

Was ist Costochondritis?

Dort, wo die Rippen am Brustbein ansetzen, liegt eine Knorpelverbindung, die sich bei jedem Atemzug mitbewegt. Dieser Knorpel kann durch Überlastung, häufiges Husten oder manchmal ohne erkennbaren Anlass gereizt werden. Beim Tietze-Syndrom kommt zusätzlich eine leichte, tastbare Schwellung an der Verbindung hinzu. Beide Formen sind gutartig und heilen von selbst aus.

Medizinische Illustration: Costochondritis (Tietze-Syndrom)

Machen Sie den Selbsttest

Möchten Sie einschätzen, ob Ihr Brustschmerz zu einer Costochondritis passt? Zwei Kontrollen, nachdem das Herz ausgeschlossen wurde:

Druck-Test

Drücken Sie mit einem Finger auf den Übergang von Rippe zu Brustbein, direkt neben dem Brustbein. Ein wiedererkennbarer, scharfer Druckschmerz auf dieser Knorpelverbindung ist das Kennzeichen der Costochondritis.

Atem-Bewegungs-Test

Nimmt der Schmerz beim tiefen Atmen, beim Drehen des Rumpfes oder beim Drücken auf die Stelle zu, ohne dass Kurzatmigkeit oder ein allgemeines Krankheitsgefühl besteht? Das passt zum Bild.

Neue oder unklare Schmerzen in der Brust lassen Sie immer zuerst ärztlich abklären. Rufen Sie bei drückendem Schmerz mit Schwitzen, Übelkeit oder Atemnot sofort die 112 an.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Ungewohnte Belastung des Brustkorbs (Heben, Umzug, neues Krafttraining)
  • Lang anhaltender oder starker Husten
  • Kleiner Stoß oder Druck auf das Brustbein
  • Häufig ohne erkennbaren Anlass
  • Stress und Muskelanspannung können die Beschwerden verstärken

Symptome

  • Scharfer oder drückender Schmerz neben dem Brustbein, meist links und an einer oder wenigen Rippenverbindungen
  • Druckschmerz: Der Schmerz lässt sich durch Drücken auf die Stelle exakt auslösen (ein wichtiges beruhigendes Kennzeichen)
  • Zunahme beim tiefen Atmen, Husten, Drehen oder bei Armbewegungen
  • Beim Tietze-Syndrom: eine leichte Schwellung an der schmerzhaften Stelle
Wann zum Hausarzt?

Brustschmerz, der bei Anstrengung auftritt und in Ruhe nachlässt oder mit Atemnot, Schwitzen, Übelkeit oder Ausstrahlung in Arm oder Kiefer einhergeht: Rufen Sie sofort die 112 an. Brustschmerz mit Fieber oder allgemeinem Krankheitsgefühl. Schmerzen nach einem schweren Unfall.

Ihre Genesung in Phasen

Die Zeitangaben unten sind Richtwerte. Lassen Sie die Reaktion Ihres Körpers entscheiden, nicht den Kalender:

1
BeruhigenWoche 1 bis 3

Ziel: die Reizung des Rippenknorpels abklingen lassen.

  • Vermeiden Sie Bewegungen und Belastungen, die den Schmerz deutlich auslösen, etwa schweres Drücken und Heben.
  • Atmen und bewegen Sie sich ruhig weiter; flaches Atmen gegen den Schmerz wirkt kontraproduktiv.
  • Wärme auf der schmerzhaften Stelle kann Linderung verschaffen.
2
Beweglich bleibenWoche 3 bis 8

Ziel: den Brustkorb geschmeidig und den Rumpf beweglich halten.

  • Machen Sie ruhige Atemübungen und sanfte Brustmuskeldehnungen.
  • Erweitern Sie Ihre Alltagsaktivitäten schrittweise, mit dem Schmerz als Richtschnur.
  • Ein leichter Nachschmerz ist in Ordnung und sollte innerhalb eines Tages abklingen.
3
Geduld und AufbauFortlaufend

Ziel: die letzte Empfindlichkeit ausklingen lassen.

  • Bauen Sie belastende Aktivitäten und Sport schrittweise wieder auf.
  • Akzeptieren Sie, dass der Verlauf schwankend sein kann: Der Schmerz kann aufflammen und wieder abklingen.
  • Halten die Beschwerden nach einigen Monaten weiter an, ist eine Kontrolle sinnvoll.

Übungen bei dieser Verletzung

So beugen Sie (erneut) vor

Steigern Sie ungewohnte Hebe- oder Trainingsbelastung schrittweise, behandeln Sie anhaltenden Husten und halten Sie den oberen Rücken beweglich, denn ein steifer oberer Rücken verlagert zusätzliche Bewegung auf die Rippenverbindungen.

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Beispiel (illustriertes Beispiel, kein echter Patientenfall)

Miriam (41) hat seit Wochen einen scharfen Schmerz neben dem Brustbein, schlimmer beim tiefen Atmen und Drehen. Das Herz ist ausgeschlossen, und der Hausarzt stellt eine Costochondritis fest. Beruhigt atmet sie ruhig weiter, nutzt Wärme und vermeidet schweres Drücken. Der Schmerz flammt hin und wieder auf, wird aber über einige Monate allmählich schwächer, bis er verschwindet.

Häufig gestellte Fragen

Was genau ist Costochondritis?

Costochondritis ist eine Reizung oder Entzündung des Knorpels, der die Rippen mit dem Brustbein verbindet. Das verursacht einen scharfen, druckempfindlichen Schmerz neben dem Brustbein, der beim Atmen und Bewegen zunimmt. Bei sichtbarer Schwellung spricht man vom Tietze-Syndrom.

Woran erkenne ich eine Costochondritis?

An einem scharfen Schmerz direkt neben dem Brustbein, genau am Übergang von Rippe zu Brustbein, der druckempfindlich ist und beim tiefen Atmen, Husten und Drehen zunimmt. Kennzeichnend ist, dass Sie den Schmerz mit einem Finger zeigen und auslösen können.

Ist Costochondritis gefährlich?

Nein, sie ist harmlos, auch wenn sich die Stelle beunruhigend nah am Herzen anfühlt. Da Brustschmerzen auch andere Ursachen haben können, sollten neue oder unklare Brustschmerzen aber immer zuerst ärztlich abgeklärt werden.

Wie lange dauert eine Costochondritis?

Der Verlauf ist oft langwierig: einige Wochen bis Monate, manchmal mit Schüben. Die Beschwerden verschwinden in der Regel von selbst. Ruhiges Weiterbewegen und Atmen unterstützt die Heilung.

Darf ich mit Costochondritis Sport treiben?

Ruhige Bewegung ist erlaubt und hält den Brustkorb geschmeidig. Schweres Drücken, Heben und Kontaktsportarten lösen den Schmerz aus und werden erst wieder aufgebaut, wenn die Empfindlichkeit nachlässt.

Was hilft gegen die Schmerzen bei Costochondritis?

Wärme, ruhiges Weiteratmen, vorübergehend weniger schwere Drück- und Hebebelastung und bei Bedarf Schmerzmittel. Die Gewissheit, dass es harmlos ist, hilft vielen Menschen, entspannt weiterzuatmen, was die Beschwerden lindert.

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