Impingement-Syndrom der Schulter (subakromiales Schmerzsyndrom)
Diese Informationen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich bei Zweifeln, anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden immer an einen Arzt oder Physiotherapeuten.

Schmerzen an der äußeren Vorderseite der Schulter, die beim Anheben des Arms aufflammen, der bekannte 'schmerzhafte Bogen' zwischen waagerecht und ganz oben: Das ist das subakromiale Schmerzsyndrom, früher Impingement genannt. Die Sehnen unter dem Schulterdach sind überlastet. Die nachweislich wirksame Behandlung ist nicht Ruhe, sondern gezieltes Krafttraining.
Was ist ein Impingement?
Unter dem Schulterdach verlaufen die Sehnen der Rotatorenmanschette, der Muskelgruppe, die den Oberarmkopf in der Pfanne zentriert. Bei Überlastung oder Schwächung werden diese Sehnen und der darunterliegende Schleimbeutel gereizt. Die alte Vorstellung eines 'zu engen Raums', der abgeschliffen werden müsse, ist überholt: Operationen schneiden nicht besser ab als Übungstherapie, das eigentliche Problem ist die Belastbarkeit der Sehnen.


Machen Sie den Selbsttest
Möchten Sie einschätzen, ob Ihre Schulterschmerzen zu einem Impingement passen? Zwei Kontrollen:
Heben Sie den gestreckten Arm langsam seitlich an. Entsteht der Schmerz vor allem im mittleren Bereich, etwa zwischen sechzig und hundertzwanzig Grad, und lässt er darüber wieder nach? Dieser schmerzhafte Bogen ist typisch für ein Impingement.
Schmerzt es, nach hinten zu greifen, etwas aus einem hohen Schrank zu nehmen oder mit dem Arm über Kopf zu arbeiten, während sich die Schulter ansonsten normal bewegt? Auch das passt zu einer Einklemmung.
Plötzlicher Kraftverlust nach einem Ruck oder Sturz oder ein Arm, der sich nicht mehr anheben lässt, sollte ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen und Risikofaktoren
- Viel oder plötzlich vermehrte Arbeit über Schulterhöhe
- Eine im Verhältnis zur Belastung geschwächte Rotatorenmanschette
- Wurfsportarten, Schwimmen, Fitnesstraining mit zu schneller Steigerung
- Eingeschränkte Beweglichkeit von oberem Rücken und Schulterblatt
- Zunehmendes Alter des Sehnengewebes
Symptome
- Schmerzen an der äußeren Vorderseite der Schulter, oft in den Oberarm ausstrahlend
- Schmerzhafter Bogen: Das Anheben schmerzt vor allem auf halber Höhe
- Schmerzen beim Liegen auf der Schulter
- Kraft und Ausdauer des Arms lassen nach
Plötzlicher deutlicher Kraftverlust nach einem Sturz oder Ruck (möglicher Sehnenriss). Eine dicke, warme, gerötete Schulter oder Fieber. Nächtliche Schmerzen, die über Wochen ohne jede Besserung anhalten.
Ihre Genesung in Phasen
Die Zeitangaben unten sind Richtwerte. Lassen Sie die Reaktion Ihres Körpers entscheiden, nicht den Kalender:
Ziel: die gereizten Strukturen unter dem Schulterdach zur Ruhe bringen.
- Vermeiden Sie vorübergehend wiederholte Arbeiten über Schulterhöhe und Bewegungen, die durch den schmerzhaften Bogen gehen.
- Bleiben Sie unterhalb der Schmerzgrenze in Bewegung; halten Sie die Schulter geschmeidig, ohne sie zu reizen.
- Eine Schulterbandage oder ein Tape kann die Stellung bei Belastung unterstützen.
Ziel: mit Kraft und Haltung Platz schaffen.
- Trainieren Sie Außenrotation für die Rotatorenmanschette und Cross-Body-Stretch für die Beweglichkeit.
- Arbeiten Sie an einer aufrechteren Haltung: Ein aufgerichteter oberer Rücken vergrößert den Durchgang unter dem Schulterdach.
- Steigern Sie Belastungen über Schulterhöhe erst, wenn der schmerzhafte Bogen nachlässt.
Ziel: zurück zu voller Belastung und zum Sport.
- Nehmen Sie Überkopfaktivitäten und Sport schrittweise wieder auf.
- Behalten Sie die Kraft der Rotatorenmanschette und die Haltungsarbeit als Pflegeprogramm bei.
- Bleibt der schmerzhafte Bogen über Wochen hartnäckig bestehen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Übungen bei dieser Verletzung

Stärkt die Rotatorenmanschette, die Muskelgruppe, die den Schulterkopf zentriert, und ist damit die Kernübung bei Impingement,…


Dehnt die hintere Schulterkapsel und die hinteren Schultermuskeln, die bei Frozen Shoulder und Impingement oft verkürzt…
So beugen Sie (erneut) vor
Erhalten Sie die Kraft der Rotatorenmanschette dauerhaft, besonders bei Überkopfarbeit oder Überkopfsport, und steigern Sie neue Überkopfbelastungen in Ruhe.
Eine Schulterbandage gibt Kompression und Propriozeption, wodurch sich die Schulter in der Aufbauphase bei alltäglichen Aktivitäten stabiler und ruhiger anfühlt.



Kommt Ihnen das bekannt vor?
Robert (43) streicht eine Zimmerdecke und behält danach Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms, genau auf halber Höhe der Bewegung. Er meidet zwei Wochen lang Überkopfarbeit, trainiert täglich Außenrotationen mit einem Band und achtet auf eine aufrechtere Haltung. Nach acht Wochen ist der schmerzhafte Bogen verschwunden, und er arbeitet wieder beschwerdefrei über Kopf.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Impingement der Schulter?
Impingement, auf Deutsch Einklemmung, bedeutet, dass Sehnen und Schleimbeutel unter dem Schulterdach beim Anheben des Arms eingeengt werden. Das verursacht Schmerzen in einem bestimmten Bewegungsbereich, meist infolge eines engen Raums, schwacher Muskeln oder einer nach vorn gesunkenen Haltung.
Woran erkenne ich ein Impingement?
An Schmerzen im mittleren Bereich des seitlichen Anhebens, dem schmerzhaften Bogen zwischen etwa sechzig und hundertzwanzig Grad, sowie an Schmerzen bei Überkopfarbeit und beim Greifen hinter den Rücken. Ansonsten bewegt sich die Schulter meist vollständig.
Was kann ich selbst gegen ein Impingement tun?
Überkopfarbeit vorübergehend reduzieren, die Rotatorenmanschette mit Außenrotationen kräftigen und an einer aufrechteren Haltung arbeiten. Diese Kombination schafft buchstäblich Platz unter dem Schulterdach.
Darf ich mich mit einem Impingement weiter bewegen?
Bewegung unterhalb der Schmerzgrenze ist gut; wiederholtes Arbeiten durch den schmerzhaften Bogen hält die Reizung aufrecht. Steigern Sie Belastungen über Schulterhöhe erst, wenn der Schmerzbogen nachlässt.
Wie lange dauert ein Impingement?
Mit gezielten Übungen bessern sich die Beschwerden bei den meisten Menschen innerhalb von sechs bis zwölf Wochen. Werden die zugrunde liegende Schwäche und die Haltung nicht angegangen, können die Beschwerden lange bestehen bleiben oder zurückkehren.
Hilft die Haltung wirklich gegen Schulterschmerzen?
Ja. Eine nach vorn gesunkene Haltung mit runden Schultern verkleinert den Raum unter dem Schulterdach. Ein aufgerichteter oberer Rücken vergrößert diesen Durchgang, verringert die Einklemmung und ist deshalb fester Bestandteil der Behandlung.